Donnerstag, 11. Oktober 2007
Wohin gehst du?
Welche Werte wir vermitteln und bewahren, ist sicherlich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Abhängig davon, welche Erfahrungen wir selbst gemacht haben, wer wir sind, wer wir waren oder welchen Weg wir gegangen sind im Leben.
Wenn ich mich jeden Tag umsehe in unserer Welt, kommt mir immer wieder der Gedanke, dass zuviel verloren ist von dem, was wirklich wichtig ist. Ich denke darüber nach, ob es so abwegig ist, an den wirklich moralisch wichtigen Werten festzuhalten.

Wer liebt noch ehrlich heutzutage? Wer arbeitet für seine Liebe und baut darauf auf? Wer tut alles, um den Menschen glücklich zu machen, den man liebt? Wer würde sich opfern für das Wohl der Anderen?

Ich habe in den letzten Monaten viel gelernt, wenn ich ernsthaft darüber nachdenke. Manchmal fühle ich mich fehl am Platze, wenn ich mir die Wünsche und Gefühle anderer Leute anhöre.
So oberflächlich und im Grunde genommen völlig unwichtig, wenn man das Leben als Ganzes betrachtet.

Mal lebt man in den Tag hinein, mal lernt man, mal tut man nichts. Doch ganz egal, was man tut, ist es nicht das Wichtigste, dass man alles mit einem festen Ziel tut? Welches Ziel haben wohl die meisten Menschen in einer Gesellschaft wie der unseren? Ein guter Job? Ein befriedigendes Liebesleben? Oder doch nur die Anerkennung und das Gefühl gebraucht zu werden?

Ich weiß mittlerweile, was ich will. Lieben und helfen. Nicht jeden Tag jemand anderem sondern den Rest meines Lebens nur einem Menschen, so wie dieser Mensch es verdient hat.
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Ben 10.10.07

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Donnerstag, 4. Oktober 2007
Kreuzungen
Man stelle sich vor, man hat mit allem abgeschlossen. Man hat keine Lust mehr auf das, was sich Liebe schimpft. Man hat sie zwar nie kennengelernt, aber man hat schon jetzt genug davon.
Nie wieder auf jemandem einlassen.

Nichtssagend meldet man sich bei einer Internet-Community an, in der Hoffnung, etwas zu finden, von dem man selbst nicht weiß, was es überhaupt sein soll. Man sucht etwas, aber weiß nicht was.

Eines Tages meldet sich jemand und beide sprechen miteinander. Doch bloß nichts übertreiben. Man könnte wieder in diesen Rausch geraten und an das Grenzgebiet Liebe stoßen. Doch jene Frau, die sich meldete, lässt nicht locker. Hartnäckig ist sie. Und es wird geredet. Und man gerät wieder in diesen Strom, in den man eigentlich nie mehr hinein wollte. Plötzlich steckt man so tief drin, dass man gar nicht mehr weiß, wie einem geschieht. Und so vergehen die Tage, Wochen und Monate, mit Höhen und Tiefen, wie das eben so ist.
Und irgendwann gibt es Dinge und Ereignisse, die man nicht beeinflussen kann. Die Distanz lässt nichts zu. Grausam lässt sie einen Menschen warten. Zum Nichtstun verdammt. Ohne die Dinge auch nur im Entferntesten steuern zu können, geht alles seinen Weg. Das Schicksal scheinbar. Es bahnt sich seinen Weg. Und es reißt alles mit.

Monate sind vergangen und man stelle sich vor, alles wäre nur noch schlimmer geworden, als es sowieso schon ist. Doch man verzagt nicht. Man arbeitet. Man kämpft mit sich selbst und mit allen Fragen die sich einem stellen. Jeder für sich. So als wäre man zusammen, aber doch völlig abgeschottet voneinander.

Die Bindung zwischen beiden Menschen ist so innig wie keine andere. Und doch fühlt sich, jeder für sich, verloren in seiner kleinen Welt.
Mit der Zeit merken aber beide, dass nie verloren war, was gewesen ist. Die Zeit ist davongelaufen. Viel hat man verschwendet und viel umsonst getan. Aber die Bindung hat nie aufgehört zu existieren. Nicht einen gottverdammten Tag.

Man stelle sich nun auch noch vor, all das beschäftigt einen bis heute. Und man hat nicht den Hauch einer Ahnung davon, was kommen mag. Ein Alptraum, der vielleicht nie endet. Vielleicht endet er aber doch. Wenn sich das Schicksal etwas dabei gedacht hat.

Nie war mir ein Herbst wichtiger, als in diesem Jahr.
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Ben 04.10.07

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Sonntag, 30. September 2007
Etwas fehlt
Ein schönes Wochenende eigentlich.

Leider stehe ich weiter auf der Stelle. Scheinbar jedenfalls. Vielleicht passiert ja im Grunde doch mehr, als momentan ersichtlich.
Die Liebe tut weh. So wenig Liebe kommt mir entgegen, obwohl ich es mir doch so wünsche. Wobei, was erwarte ich eigentlich, wenn ich es doch nie ausspreche?
Ich vermisse meine Liebe sehr. Die Zeit vergeht mal schnell und mal langsam, mal ist man zuversichtlich und mal einfach nur niedergeschlagen.

Die Zeit muss es zeigen, das sage ich mir ständig. Die Zeit wird zeigen, was genau auf uns zukommt. Was genau wird passieren in den nächsten Wochen?
Wird alles so werden, wie man es sich wünscht? Was wird sich ändern?

Die Sehnsucht nach einer Änderung ist so unglaublich groß. Man wünscht sich schon fast nur noch, dass sich überhaupt etwas ändert, ganz gleich in welche Richtung. Man beginnt mit der Zeit jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, sich an jedem Detail zu orientieren und jedes noch so kleine bißchen an Informationen zu verarbeiten. Einfach um die Lage zu beurteilen. Einfach um zu verstehen, was in dem anderen Menschen vorgeht. Soviele Fragen, und keine davon kann man beantworten, daran habe ich mich gewöhnt.
Aber ganz gleich, welche Entwicklung da nebenher in meiner Liebe vorgeht, das Ziel bleibt doch immer gleich.

Sie sehen. Ihr helfen. Ihr das geben, was sie braucht. Wenn sie es braucht. Doch woher kann ich wissen, was sie wirklich braucht? Braucht sie mich? Braucht sie meine Hilfe?
Keiner kann mir diese Fragen beantworten. Ich warte. Die Wochen vergehen irgendwie furchtbar langsam, aber auf der anderen Seite doch recht schnell. So vieles tut sich und so vieles ändert sich. Aber etwas fehlt mir doch jeden Tag. Etwas, was ich kaum zu definieren vermag. Manchmal fürchte ich mich regelrecht davor. So sehr wie ich es mir mittlerweile wünsche.

Aber wenn ich ernsthaft darüber nachdenke. Ich habe keine Angst. Und ich gebe nicht auf daran zu glauben, dass ich sie bald sehen werde. Ich würde es niemals wagen, den Gedanken an sie aufzugeben.

Sie fehlt mir.
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Ben 30.09.07

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